Was tun bei Todesfall: Ihr Wegweiser in der Not

Ein Leitfaden für schwere Zeiten

Erste Schritte für Angehörige

Bleiben Sie nicht allein, holen Sie sich Unterstützung

Ein Todesfall ist eine der emotional herausforderndsten Situationen im Leben. In solchen Momenten ist es wichtig, nicht allein zu bleiben. Suchen Sie aktiv die Nähe einer vertrauten Person. Das kann ein Nachbar, eine Freundin oder ein Familienmitglied sein.

Versuchen Sie, auf sich selbst zu achten. Wenn Sie stark belastet sind, vermeiden Sie es, alleine Auto zu fahren oder wichtige Entscheidungen zu treffen. Gerade in den ersten Stunden nach einem Todesfall ist es wohltuend, jemanden an der Seite zu haben, der zuhört, mitfühlt und einfach da ist.

Ruhe bewahren in den ersten Stunden

Alles scheint plötzlich stillzustehen und gleichzeitig zu viel zu sein. Das ist völlig normal. Nach einem Todesfall erwartet niemand von Ihnen, sofort alles zu regeln oder Entscheidungen zu treffen.

Atmen Sie tief durch und nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen. Es ist in Ordnung, sich zu sammeln, bevor man organisatorische Schritte angeht. Vieles lässt sich später klären – und oft auch mit Hilfe von Profis oder erfahrenen Anlaufstellen.

Praktische Dinge, die oft übersehen werden

In der ersten Reaktion auf einen Todesfall geraten alltägliche, aber wichtige Dinge schnell in Vergessenheit. Achten Sie darauf, elektrische Geräte im Haushalt auszuschalten, wie zum Beispiel den Herd, eine Waschmaschine oder Heizplatten. Das kann mögliche Gefahren vermeiden.

Denken Sie auch an Haustiere. Tiere spüren die veränderte Stimmung stark und brauchen Zuwendung. Stellen Sie sicher, dass sie Futter und Wasser haben. Falls nötig, bitten Sie Nachbarn oder Freunde, vorübergehend die Betreuung zu übernehmen.

Realistische Hilfe in drei Phasen

Diese realistische Checkliste begleitet Sie Schritt für Schritt durch die ersten Tage nach einem Todesfall – beginnend mit dem, was in den ersten 24 Stunden wirklich wichtig ist.

Wichtig: Bleiben Sie nicht allein.
Bitten Sie eine vertraute Person – Nachbarn, Freunde oder Verwandte – bei Ihnen zu sein.
In einer solchen Ausnahmesituation ist Unterstützung entscheidend.

Notfallnummern Schweiz

  • 144 – Sanität / Notarzt

  • 117 – Polizei (bei unklarem oder gewaltsamem Tod)

  • 118 – Feuerwehr

  • 1414 – Rega (Luftrettung)

  • 145 – Tox Info Suisse (Vergiftungsnotfälle)

Was tun in den ersten 24 Stunden?

  • Bei Tod zu Hause: Hausarzt oder Notruf 144 verständigen. Ein Arzt muss den Tod feststellen und den Totenschein ausstellen.

  • Bei ungeklärtem oder gewaltsamem Tod: Polizei unter 117 rufen. Keine weiteren Schritte unternehmen, bis die Behörden Anweisungen geben.

  • Wichtig: Nichts anfassen, nicht reinigen, keine Kleidung wechseln oder Fenster öffnen. Der Ort muss unverändert bleiben.

  • Verstorbene Person nicht ohne Totenschein bewegen oder überführen.

  • Nicht sofort einen Bestatter beauftragen – warten Sie auf die ärztliche oder polizeiliche Freigabe.

  • Vertraute Person anrufen – bleiben Sie in dieser Situation nicht allein.

  • Haustiere versorgen, Kinder betreuen lassen, Wohnung sichern.

Was tun in den ersten 7 Tagen?

  • Todesfall beim zuständigen Zivilstandsamt melden (innerhalb von 2 Tagen).

  • Todesurkunde beantragen.

  • Nach Freigabe: Bestatter beauftragen oder sich an die Gemeinde wenden. Sie haben jederzeit die freie Wahl, welches Bestattungsunternehmen Sie beauftragen möchten.

  • Beerdigung oder Urnenbeisetzung planen, aber nur wenn alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Versicherungen benachrichtigen (z. B. Krankenkasse, AHV, Pensionskasse).

  • Vertrauliche Unterlagen und persönliche Dokumente sichern.

Was tun innerhalb von 30 Tagen?

  • Abmeldung bei Gemeinde / Einwohnerkontrolle.

  • Banken und Post informieren, Konten prüfen und ggf. sperren.

  • Laufende Verträge kündigen (Miete, Telefon, Internet, Abo-Dienste).

  • Fahrzeuge abmelden oder umschreiben.

  • Digitale Konten löschen oder verwalten (E-Mail, soziale Netzwerke).

  • Erbschein beantragen, Erbangelegenheiten mit Notar oder Amt klären.

Wann greift die KESB nach einem Todesfall ein?

 

In der Schweiz treten nach einem Todesfall oft viele Fragen auf – nicht nur zu Erbschaft, Nachlass und Formalitäten, sondern auch zum rechtlichen Schutz von Angehörigen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB).
Sie greift ein, wenn Kinder, ältere oder hilfsbedürftige Personen nach einem Todesfall besonderen Schutz benötigen.

Erfahren Sie im Detail, wann und warum die KESB bei einem Todesfall eingreift, welche Aufgaben sie übernimmt und welche Rechte Angehörige haben:

Ihre Stütze im Ernstfall

unsere PDF-Checkliste und hilfreichen Ratgeber

Ein Todesfall stellt vieles auf den Kopf. Unsere kompakte PDF-Checkliste hilft Ihnen, Schritt für Schritt den Überblick zu behalten – rechtlich, organisatorisch und menschlich.

Zusätzlich finden Sie bei uns vertiefte Informationen zu wichtigen Bereichen wie Wohnungsauflösung, Bankzugängen oder dem digitalen Nachlass. Alle Inhalte sind klar strukturiert, verständlich formuliert und speziell auf die Abläufe in der Schweiz abgestimmt.

Verlassen Sie sich auf verlässliche Begleitung in einer Zeit, in der Klarheit besonders wichtig ist.